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Geschichte

 
Teston der Drei Orte (Uri, Schwyz, Unterwalden), geprägt in Bellinzona (1503-1529).

Die Zeit nach 1500

Die lnnerschweizer Herrschaft brachte der Bevölkerung von Bellinzona keine einschneidenden Veränderungen der Lebensbedingungen. Die Wirtschafts und Sozialstrukturen blieben bestehen, desgleichen die lokalen Verwaltungsorgane. An die Stelle der mailändischen Beamten traten die lnnerschveizer Landvögte, allerdings mit dem Unterschied, dass diese die zivile und militärische Gewalt ausübten, während unter den Herzogen von Mailand das Kommando über die Befestigungswerke von der Stadtverwaltung getrennt gewesen war.
1503 richteten Uri, Schwyz und Nidwalden in Bellinzona eine Münzstätte ein, in der sie gemeinsam Gold und Silberprägungen herstellten. 1548 wurde diese Münzstätte allerdings nach Altdorf verlegt.
Die Befestigungsanlagen von Bellinzona hatten mit dem Übergang an die Eidgenossenschaft, gegen die sie ja errichtet worden waren, ihren militärischen Sinn verloren und wurden in der Folgezeit nicht weiter ausgebaut. Die Landvögte zogen es vor, ihren Sitz in der Stadt aufzuschlagen. Als 1515 ein verheerendes Hochwasser, die «Buzza», einen Teil der Murata zerstörte, verzichtete man auf eine Wiederherstellung. Auf den drei Burgen, die 1506 unter den regierenden Orten aufgeteilt wurden (daher die Namen Uri, Schwyz und Unterwalden), sassen Innerschweizer Kastellane mit ein paar «Zusätzern» (Kriegsknechten), die den Ordnungs und Polizeidienst versahen. Für den Kriegsfall der nie eintrat waren Besatzungen zwischen je 60 und 80 Mann vorgesehen. Beim eingelagerten Geschütz scheint es sich um veraltete Stücke gehandelt zu haben.
Mit der Gründung des Kantons Tessin im Jahre 1803 gingen die drei Burgen in den Besitz des neuen Kantons über. Montebello und Sasso Corbaro verfielen immer mehr der Verwahrlosung und boten sich um 1900 als Halbruinen dar, desgleichen die Stadtmauern und die Murata. Das Castelgrande diente seit 1813 als Zeughaus, seit etwa 1820 auch als kantonales Gefängnis. Als nach 1850 der junge schweizerische Bundesstaat zur Demonstration seines Wehrwillens die Gotthardachse zu befestigen begann, entstand bei Sementina eine an mittelalterlichen Bauformen orientierte Talsperre, in deren rückwärtigen Versorgungsraum auch das Castelgrande einbezogen wurde. 1881 scheiterte ein Versuch der Regierung, das Castelgrande zu veräussern, weil sich kein Käufer finden liess. Bestrebungen, die Befestigungsanlagen von Bellinzona als Baudenkmäler vor dem Verfall zu bewahren, setzten kurz nach 1900 ein. Die umfassendsten Sicherungs und Wiederherstellungsarbeiten fielen in die Zeit zwischen 1920 und 1955. Geleitet wurden sie durch die Architekten 0. WEITH und M. ALIOTH. Die Sanierungsmassnahmen fanden ihren Abschluss mit der 1992 vollendeten Restaurierung des Castelgrande durch A. GALFETTI.


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