bellinzona
   
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Geschichte

 
Verwüstung Bellinzonas durch die «Buzza» 1515.
Holzschnittillustration aus der Schweizer Chronik von Johannes Stumpf, 1548.

Bellinzona wird eidgenössisch

Als sich 1499 König Ludwig XII. von Frankreich anschickte, seine Erbansprüche auf das Herzogtum Mailand gewaltsam durchzusetzen, rückte Bellinzona, seit über einem Jahrhundert bloss eine mailändische Sperrfeste gegen die Eidgenossen, noch einmal ins Blickfeld der europäischen Politik. Bei der Eroberung des Herzogtums sicherte der König den Eidgenossen, deren Söldnerkontingente er angewiesen war, die Abtretung Bellinzonas zu. Nach erfolgreichem Abschluss des Feldzuges machte er sein Versprechen jedoch rückgängig und legte, um einem Handstreich der Eidgenossen zuvorzukommen, eine Besatzung von 1000 Mann in die Festungswerke von Bellinzona. Da brachte ein Aufstand die Herrschaft Ludwigs über das Herzogtum Mailand im Winter 1499/1500 an den Rand des Zusammenbruchs, und auch in Bellinzona erhob sich die Bevölkerung gegen den König. Die französische Besatzung verschanzte sich in der Murata und auf dem Castello di Sasso Corbaro. Doch rückte im Frühjahr 1500 König Ludwig erneut in die Lombardei ein, besetzte das Land und nahm den Herzog von Mailand gefangen. Um sich vor der Rache des Siegers zu schützen, unterwarfen sich die Bellinzoneser einer heimkehrenden Kriegerschar aus der lnnerschweiz, die sofort die französische Besatzung aus der Festung vertrieb und die Huldigung der Stadt entgegennahm. Die frankreichfreundlichen Orte der Eidgenossenschaft distanzierten sich freilich von diesem Handstreich. Uri, Schwyz und Nidwalden aber weigerten sich entschieden, den festen Platz, um den sie so lange vergeblich gerungen hatten, wieder herauszugeben. 1503 bequemte sich Ludwig XII. im Vertrag von Arona zur Anerkennung der Innerschweizer Ansprüche, und 1508 erteilte auch Kaiser Maximilian seine Zustimmung zur Übertragung des Reichslehens Bellinzona an Uri, Schwyz und Nidwalden. Im Ewigen Frieden von 1516, der für lange Jahrhunderte die Grundlage für die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und den Eidgenossen bilden sollte und letzteren auch ihre Eroberungen im südlichen Teil des heutigen Kantons Tessin zusicherte, erhielt die Herrschaft der Innerschweizer Orte über Bellinzona ihre endgültige Bestätigung. Die Grafschaft Bellinzona wurde so bis zum Untergang der Alten Eidgenossenschaft im Jahre 1798 eine Gemeine Herrschaft von Uri, Schwyz und Nidwalden.


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