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Schlösser und Mauern

Castello di Sasso Corbaro, Luftaufnahme von Südosten.

Mehrere informationen:

Der Emma-Poglia Saal

Osteria Sasso Corbaro
tel: +41 (0)91 825 55 32
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Montag geschlossen

 

Castello di Sasso Corbaro

Auf dem höchsten Punkt des Felsrückens, über den sich die Befestigungsanlagen von Bellinzona verteilen, erhebt sich, ca. 600 m südöstlich der Stadt, die Feste Sasso Corbaro (nach 1506 Schloss Unterwalden, 1818 Castello Sta Barbara). Im Unterschied zu den übrigen Wehranlagen, die im Laufe des 13. bis 15. Jahrhunderts zu einem einzigen, miteinander verbundenen Verteidigungssystem zusammengewachsen sind, präsentiert sich Sasso Corbaro als isolierter, nach allen Seiten hin freistehender Gebäudekomplex. Nach einer Notiz aus der Mitte des 15. Jahrhunderts soll um 1400 auf dem Hügel von Sasso Corbaro schon einmal ein wehrhafter Turm gestanden haben. Verschiedentlich regten im späteren 15. Jahrhundert Mailänder Sachverständige an, den Platz wieder zu befestigen, da er im Sperriegel von Bellinzona eine Lücke offen lasse, durch die räuberische Kriegergruppen der Eidgenossen in mailändisches Gebiet eindringen könnten.
Mit dem Bau wurde erst nach 1478 begonnen. Zunächst errichtete man den festen Turm in der nachmaligen Nordostecke des Gebäu dekomplexes, anschliessend die übrigen Teile der Wehranlage. Schon 1479 konnte eine erste kleine Besatzung in der noch unvollendeten Anlage Quartier beziehen. Gebaut wurde anscheinend bis um 1481/82. Die kleine Feste diente in Friedenszeiten auch als Gefängnis, das aber, wie die Flucht eines Häftlings im Jahre 1494 beweist, keineswegs ausbruchsicher war.
Blitzschläge setzten im 16. und 17. Jahrhundert dem Bau wiederholt zu, und gegen 1900 bot er sich als vom Zerfall bedrohte Ruine dar. Die an sich verdienstvollen Sicherungsarbeiten unseres Jahrhunderts haben leider wichtige baugeschichtliche Befunde stark verwischt, so dass wir für eine Beschreibung des Originalzustandes auf die Beobachtungen von JR. RAHN (um 1889) zurückgreifen müssen.
Die Hauptburg bildet ein Quadrat von ca. 25 m Seitenlange, aus dem in der Nordost und Südwestecke Vierecktürme von ungleicher Grösse vorstehen. Das Festungsgeviert die Mauerstärke schwankt zwischen 1,8 m auf der Ostseite (Angriffsfront) und ca. 1 m auf den übrigen Seiten war für eine Rundumverteidigung konzipiert. Die Mauer trägt allseitig einen Wehrgang, der mit Maschikulis und Schwalbenschwanzzinnen ausgestattet ist. Den gleichen Mauerabschluss zeigt auch der kleine Turm in der Südwestecke.
Der Eingang zur Hauptburg befindet sich in der talseitigen Westfront. Er weist noch die Spuren eines Fallgatters sowie einer Vernegelungsvorrichtung auf und führt in einen rechteckigen Innenhof. Dessen Süd und Westseite wird von einem inwendig an die Umfassungsmauer gelehnten Wohntrakt gebildet, Über den zwei Geschossen spannte sich ursprünglich ein Giebeldach, das unterhalb des Wehrganges ansetzte. Ausgestattet war der Wohntrakt mit Kaminen, Aborten und einem Küchenraum. Ein Ziehbrunnen befindet sich auf der Ostseite des Hofes neben einer kleinen Kapelle, die mittlerweile restauriert zur Zeit Rahns völlig ruiniert war.
Der massive Hauptturm in der Nordostecke der Anlage, offenbar der zuerst errichtete Bau, umfasst heute vier Geschosse. Auch er war zum Wohnen eingerichtet, über seine ursprüngliche Höhe und die Gestaltung seines oberen Abschlusses (Dach, Zinnen, Maschikulis?) liegen keine eindeutigen Hinweise vor.
Südlich und westlich der Kernburg haben sich Reste von Zwingeranlagen und Nebenbauten erhalten. Sie gehören zu einem vielleicht unfertig gebliebenen Vorburgbereich. Auf der Ostseite, wo ein Angreifer ebenen Zugang zur Burg gefunden hätte, müsste eigentlich ein Graben erwartet werden. Ein solcher ist aber offensichtlich nie in den Fels gehauen worden.
Im Castello di Sasso Corbaro sind heute die «Sala Emma Pogta» (17. Jahrhundert) sowie verschiedene Ausstellungs und Begegnungsräume untergebracht. Die Umbauten der Räumlichkeiten erfolgten unter der Leitung von Tita Carloni (1963-64) und Paola Piffaretti (1998-2004).


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